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Haus in Reinickendorf

Sanierung, Modernisierung, Umbau und Anbau
Haus in Berlin Reinickendorf

Fertigstellung 2005 – 2018, LP 1-8


Erneuerung des Eingangs in ökologischer Holzbauweise.


Anbau eines Holzdecks zum Garten

Neugestaltung der Wohnräume und Modernisierung der Bäder

Umgestaltung Wohnräume mit neuen Möbeln
Neues Bad mit selbstgefertigten Fliesen

Backhaus / Bake House /باكهاوس

Leitung eines Projektbüros in der HCU Summer School und Teilnahme am kooperativen Gutachterverfahren „Building a Proposition for Future Activities“ vom 11. bis 26.09.2017.

Entwurf eines Begegnungshauses, Hamburg-Poppenbüttel

 

Das Begegnungshaus Poppenbüttel 43 ist durch zwei zentrale Entwurfsmotive geprägt, die im Rahmen des Architekturworkshops der HCU- Summerschool von einem transdisziplinären und transkulturellen Team herausgearbeitet wurden: der Backofen und der Baum.

Der Backofen ist das Herz des Hauses. Er verbindet innen und außen, die alten und die neuen Nachbarn, die Alltagspraktiken unterschiedlicher Bewohner. Als weithin sichtbares architektonisches Element ist er ein Symbol, erfüllt aber zugleich eine wichtige Funktion: Die Bewohner der benachbarten Einfamilienhaussiedlung vermissen schon lange eine Bäckerei und ein Café in Laufnähe. Die neue Bebauung am Poppenbütteler Berg wiederum ist als reine Wohnsiedlung ohne Gewerberäume und Läden geplant. Das „Backhaus“ mit Café öffnet sich mit einer großzügigen, umlaufenden Loggia sowohl zum Spielplatz und zur Einfamilienhaussiedlung nach Süden als auch zur neuen Wohnbebauung nach Westen.

Das Brotbacken bietet alltägliche Möglichkeiten der Begegnung und des gemeinsamen Tuns: norddeutsches Schwarzbrot trifft auf syrisches Fladenbrot.

Der Baum ist eine sieben Meter hohe massive Stütze, die frei in der offenen Halle des Begegnungshauses steht und das Dach trägt. Von dieser Stütze aus spannen unterschiedlich geneigte Dachträger zu den vier Giebelseiten des Hauses. Die Konstruktion betont den zentralen Raum des Begegnungshauses, an den alle anderen Räume andocken.

Die Dachkonstruktion spannt über das gesamte Baufeld von 20 x 20 Metern und ermöglicht dadurch eine Verzahnung von Innen- und Außenräumen.

Mit dem Schornstein und dem geneigten Dach nehmen wir architektonische Elemente der Umgebung auf, die von suburbanen Einfamilienhaussiedlungen geprägt wird. Das Begegnungshaus wird zum öffentlichen Wohnzimmer im für alle zugänglichen Garten.

Das Raumkonzept

Alle Funktionen des Hauses sind um die offene Halle angeordnet, die von der zentralen Wegeverbindung im Norden zum grünen Spielplatz im Süden reicht. Im Westen schließen die Sanitärräume und eine offene Küche mit Kiosk an, im Osten eine Werkstatt, ein Büro und ein Bühnenraum, der durch eine flexible Wand in zwei abgeschlossene Räume für Lernen und Unterrichten geteilt werden kann. Der Bühnenraum ermöglicht eine Erweiterung der Halle für größere Veranstaltungen oder Aufführungen.

An der Ostseite nutzt der Entwurf den Höhensprung des Geländes: Die um einen Meter tiefer liegende Werkstatt öffnet sich mit einem Tor zum Grün und zum Wald. Über den Außenraum können drei Lager- und Reparaturräume erreicht werden. So entsteht an der Ostseite des Hauses, abgewandt von der Wohnsiedlung, ein eigener Werkstattbereich mit Innen- und Außenflächen, der etwa als Fahrradwerkstatt genutzt werden können.

Die vier Giebelseiten

Das Begegnungshaus öffnet sich nach allen vier Seiten mit einer giebelständigen Fassade. Jede Seite hat ihr Thema: Im Norden bietet das Haus großzügige Einblicke in die Halle und in die Werkstatt. Vom Eingang im Nordwesten führt eine breite umlaufende Loggia entlang einer Infowand und einer langen Sitzbank mit Außensteckdosen zum Kiosk und zum Café im Süden. Die Südloggia öffnet die Halle und die Küche zum Spielplatz und zu den Trampelpfaden, die sich zum Kramer-Kray-Weg bilden können. An der Südostecke ist der Backofen angeordnet, der von innen und außen bedient werden kann und dadurch auch für Picknicks genutzt werden kann. Die tieferliegende Ostseite ist die Werkstattseite, deren informelle Außenräume durch Böschungen und Sitzstufen mit dem Park verzahnt sind. Dort gibt es auch von außen zugängliche Lagermöglichkeiten für Grills, Spiel- und Gartengeräte.

Flächen und Zugänglichkeit

Insgesamt hat das Begegnungshaus eine Grundfläche von rund 278 Quadratmetern, hinzu kommen 121 Quadratmeter überdachte, für verschiedene kommunikative Funktionen nutzbare Außenfläche in Form der Loggia. Durch die unterschiedlichen Raumhöhen unter dem Baumdach entsteht zudem eine dritte, informelle Nutzungsebene, die mit Leitern erreicht werden kann: ein „Dachboden“ für zurückgezogenes Arbeiten, Lernen und Spielen. Die Flächen über dem Büro und dem Sanitärblock können bereits jetzt genutzt werden, weitere Flächen können eventuell später ausgebaut werden.

Der Eingang im Nordwesten dient der Orientierung: Dort gibt es Informationen zum Programm des Hauses und eine Vitrine mit in der Werkstatt hergestellten Produkten. Zudem kann das Haus im Süden über die Loggia und im Osten über die Werkstatt betreten werden. Bei Bedarf kann sich die offene Halle im Norden und Süden durch große Fenstertüren öffnen und so auch für Märkte und andere Veranstaltungen mit Außenbezug genutzt werden.

Konzept Selbstbau

Für den Bau des Begegnungshauses schlagen wir die Errichtung einer Feldfabrik in Form eines Zeltes auf dem östlichen Teil des Geländes vor. Die Container, Selbstbauelemente und Werkzeuge der beiden HCU- Summerschools können für die Bauphase auch dorthin umziehen und danach weitergenutzt bzw. verarbeitet werden. Einzelne Container könnten nach Fertigstellung des Begegnungshauses zu „Gartenhaus-Follies“ als Teil der Landschaftsgestaltung umgestaltet werden.

Im Bauprozess greifen professionelle Gewerke und Selbstbau ineinander, die Selbstbauanteile (Eigenleistung) sind je nach Bauphase unterschiedlich. Bei den Leistungen professioneller Firmen (Fremdleistung) sollen nach Absprache fachkundige Bewohner, Geflüchtete und Gewerbeschüler mit einbezogen werden.

Das Projektbüro „together together!“

Der Architekturworkshop der HCU-Summerschool zum Auftakt des Gutachterverfahrens brachte vielfältige Ansätze, Konzepte und Erfahrungen zusammen. Die internationale und interdisziplinäre Zusammensetzung der Teilnehmer stellte sich im Verlauf der Woche als eine bereichernde, den Planungsprozess auf vielfältige Art prägende Erfahrung dar. Herkömmliche Planungsmethoden konnten hinterfragt und zum Teil neu formuliert werden, sei es durch den Austausch von Lebensgewohnheiten und Bauweisen (Wie sieht ein Backofen in Syrien aus? Wie macht man Ziegel selbst?), sei es durch das Austesten von Arbeitsmethoden und Entwurfsansätzen (Prototypen im 1:1 etc.).

Um diesen Prozess fortzuführen, schlagen wir für die weitere Planung und Umsetzung des Begegnungshauses Poppenbüttel ein in Hamburg ansässiges Projektbüro vor. Die fünf am Gutachterverfahren beteiligten Büros könnten dort ihre unterschiedlichen Expertisen einbringen (Selbstbau, Community building, Standortentwicklung, Baukonstruktion, lokale Bauerfahrung etc.), zudem könnten weiterhin Studierende, Nachbarn, Handwerksschüler und die arbeitssuchenden anerkannten Geflüchteten einbezogen werden.

Das Projektbüro unter der Leitung eines Architekten / einer Architektin der beteiligten Büros koordiniert die Schnittstellen zwischen Selbstbau und professionellen Gewerken und alle weiteren Phasen der Planung und Umsetzung (Genehmigungs- und Ausführungsplanung, Materialbeschaffung für Selbstbau, Ausschreibung und Vergabe notwendiger Gewerke, Bauleitung).

Schauraum und Wissenstransfer

Durch das Projektbüro kann das Begegnungshaus Poppenbüttel in der Öffentlichkeit noch stärker als ein modellhaftes und prototypisches Projekt wahrgenommen werden. Das „Bauen als Integrationsübung“ ist in vielen Gemeinden, die Flüchtlinge aufgenommen haben, ein wichtiges Thema (Beispiel: Transitraum Vorarlberg oder Heimatwerker NRW).

Der Wissenstransfer zu allen Phasen könnte im Projektbüro erarbeitet werden und stattfinden: von der „Phase 0“ (Wie sieht eine sinnvolle Partizipation aus?) bis zur „Phase 10“(Wie und mit wem kann das Haus langfristig betrieben werden?). Auch die Suche nach weiteren Partnern, ehrenamtlichen Helfern und Sponsoren etwa für den langfristigen Betrieb und die Ausstattung des Begegnungshauses könnte im Projektbüro koordiniert werden.

Betreiberkonzept: Gastgeber und Partizipationsbudget

Das Begegnungshaus soll auf lange Sicht von selbstinitiierten Angeboten aus der Nachbarschaft leben, von der Nähwerkstatt über die Geburtstagsfeier bis zum Musikunterricht. Um diesen Prozess anzustoßen und zu moderieren, schlagen wir vor, dass mit den vom Bezirk zur Verfügung gestellten Mitteln zwei Maßnahmen finanziert werden: ein Gastgeber und ein Partizipationsbudget.

Der Gastgeber ist zu definierten Zeiten an der „Rezeption“ neben dem Eingang anwesend. Die Aufgaben des Gastgebers umfassen: Raumbelegung, Beratung und Hilfe bei geplanten Veranstaltungen und Kursen, Einweisung in die Benutzung von Werkstatt und Küche, Ausleihe von Geräten, Bespielung der Infowand auf der Westterrasse etc.

Die alten und neuen Nachbarn können kleine Summen aus einem „Partizipationsbudget“ für der Gemeinschaft zu gute kommende Aktionen und Veranstaltungen beantragen. Über die Verwendung sollte ein aus den Anwohnern gebildeter Rat entscheiden.

Das Café kann entweder in Selbstverwaltung betrieben werden oder tagsüber für eine geringe Pacht an einen langfristigen Betreiber übergeben werden, der idealerweise als Existenzgründer aus der Nachbarschaft kommt.

Die Werkstatt funktioniert nach dem Vorbild des „Fab Lab“ und soll sowohl für alltägliche Reparaturen als auch für die Anfertigung von Möbeln und anderen Gegenständen zur Verfügung stehen.

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Stadtsilhouette

Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses mit 1.900 m2 BGF.
Strukturierung des  Rathausplatzes.

Realisierungswettbewerb „Kirchenstraße 1-3“ in Bremervörde.
Mit GAWS Architekten, Hamburg, 2017.

Perspektive Wohn- und Geschäftshaus am Rathausmarkt in Bremervörde

Das geplante Gebäude am Rathausplatz greift die Arkaden des Rathausgebäudes auf und interpretiert sie neu. Die Dachform des Neubaus korrespondiert mit den umliegenden Gebäuden. Die abgesetzte Erdgeschosszone nimmt das Thema der Faltung auf.

Entlang der Kirchenstraße kann im Erdgeschoss vielfältiges Gewerbe entwickelt werden (Angebote des Einzelhandels, der Gastronomie oder Dienstleister). Am Marktplatz ist eine Gastronomie mit Außenplätzen zu wünschen.  

Ansicht Kirchenstraße
Ansicht Rathausplatz
Lageplan

Das Bild eines klaren Platzes mit Baumbestand soll gestärkt werden. Zwei Baumreihen geben dem Platz eine grüne Fassung. Die drei mächtigen Bäume vor der Bibliothek im Rathaus bilden darin eine freie Gruppe unter der sich Leseplätze anbieten.

Erdgeschoss Grundriss

Alle Wohnungen und die Gewerbeeinheiten sind barrierefrei zugänglich. In den Wohnungen wird die einfache Barrierefreiheit erreicht.



Obergeschoss Grundriss

Als besondere Qualität werden im Obergeschoss Wohnungen mit durchgehenden, zweiseitig belichteten und besonnten Wohnräumen mit großzügigen Loggien angeboten. Alle Bäder sind zudem natürlich belichtet.

Darstellung Wohnung OG

Die Grundrisse sind so gestaltet, dass die Anzahl der jeweils zugehörigen Zimmer geändert werden kann. Sie sollen Flexibilität für zukünftige Nutzungen ermöglichen.



Dachgeschoss Grundriss

Die Dachgeschosswohnungen erhalten durch ihre Erhöhung bis unter das Dach einen Loftcharakter. Alle verfügen über windgeschützte, geräumige und nicht einsehbare private Dachterrassen.

Als Besonderheit im Dachgeschoss finden dort alle Mieter des Hauses große und geschützte Gemeinschaftsterrassen vor. Dieses halböffentliche Angebot kann individuell oder gemeinsam genutzt werden.





Rathausplatz Bremervörde


Der jetzige Rathausmarkt  ist von einer heterogenen Umgebung aus kleinteiligen, niedrigen Giebelhäusern, aber auch großen, teilweise leer stehenden Gebäudestrukturen umgeben.

Eine leicht skulpturale Klinkerfassade aus hellen, geschlemmten Ziegeln soll das dominante Rot des Platzes und des Rathauses ergänzen, ohne es noch weiter zu forcieren.

Nachhaltigkeit: Selbstverständlich ist ein Heizsystem auf Basis erneuerbarer Energien oder über Fernwärme und die Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Die großen Flächen der Dächer eignen sich für die Montage von Photovoltaik. Mit Regenwasserverwendung in einem Grauwasserkreislauf kann die Nachhaltigkeit erhöht werden. Ob Erdwärme genutzt werden kann, bedarf einer gesonderten Prüfung. Es wird auf ein sinnvolles Energiekonzept Wert gelegt.

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Haus in Hamburg

Einfamilienhaus in Nettelnburg
Fertigstellung 2012, LP 1-8

Beitrag auf der MapOfArchitecture

Foto: bromsky

Die Bauherren wünschten sich eine Frühstücksterrasse vor der offenen Küche. Dieser Wunsch war Anlass für die skulpturale Ausformung des Baukörpers. An der Ostseite verjüngt sich das Haus zum Garten hin und macht Platz für eine von der Morgensonne beschienene Terrasse, zusätzlich zu der Gartenterrasse im Süden.

Alt-Nettelnburg hat auch heute noch ein relativ homogenes Erscheinungsbild. Die dunkelrot verklinkerten, zweigeschossigen Gebäude mit Mansard- oder Krüppelwalmdächern wurden in den Zwanziger Jahren als genossenschaftliche Siedlung erbaut (Architekt: F. Winterfeld).
Der Bebauungsplan, mittlerweile fast 30 Jahre alt, sieht eine Fortführung dieser Bebauung mit eingeschossigen Satteldachhäusern vor. Weiße Fenster, Verklinkerung und geneigte Dächer sind vorgeschrieben. Das Grundstück ist relativ schmal und verjüngt sich nach hinten hin. Aus den Abstandsregelungen ergibt sich ein enges rechteckiges Baufenster.

Der Neubau nimmt die Farbigkeit und Materialität der Bebauung der Zwanziger Jahre auf. Die großzügigen Öffnungen wickeln sich als Fensterbänder um die Fassaden und setzen sich dadurch von den Lochfassaden der Nachbarhäuser ab. Auch das schwere Vordach und die Fensterstürze aus Sichtbeton betonen die Horizontale und weisen auf die moderne Haltung des Hauses hin.

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Das Haus schiebt sich wie ein Keil in das schmale Grundstück hinein. Im Westen lässt ein Panorama-Eckfenster Abendsonne in den Wohnbereich.

Im Inneren zoniert die schräge Form den offenen Raum im Erdgeschoss.

An die zentrale Küche schließen sich Ess- und Wohnbereich an, ineinander übergehend und doch klar getrennt.

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Über dem Essbereich öffnet sich der Raum bis unter das Dach. Dieser großzügige Luftraum fasst Erd- und Obergeschoss zusammen und ist das kommunikative Herz des Hauses. Eine Brücke, die im Obergeschoss quer durch den Luftraum spannt, verbindet die Schlafzimmer mit dem Bad, das als „Haus im Haus“ auch vom Esstisch aus zu sehen ist.

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Café als Bühne

Ein Theater-Pavillon am Hansaplatz, Hamburg.
Konzept 2010.

Download Portfolio

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Im Rahmen der Umgestaltung des Hansaplatzes hat bromsky Konzepte für die Dreiecksfläche hinter dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg am Hansaplatz entwickelt.

Die Fläche soll mit einem Café bespielt werden. Angeschlossen an das vom Schauspielhaus genutzte Gebäude kann der Pavillon als Kantinencafé sowohl die Mitarbeiter des Schauspielhauses als auch die Anwohner und Besucher des Platzes willkommen heißen. Der kleine Neubau nimmt auch ein separat zugängliches öffentliches WC auf, das im Zuge der Neugestaltung des Hansaplatzes vorgesehen ist. Das Café kann entweder separat oder in Verbindung mit dem Schauspielhaus genutzt werden.

Untersucht wurden zwei unterschiedliche Lösungsansätze.

Konzept A – Schaukasten

In diesem Vorschlag schiebt sich das Café zwischen den alten Kastanienbäumen hindurch zum Hansaplatz.

Zum Hansaplatz hin zeigt das Café eine wandelbare Fassade, deren große Tore je nach Nutzung geöffnet oder geschlossen werden können. Sie setzt ein deutliches Zeichen im Stadtraum und heißt die Besucher bereits von Weitem willkommen: Wie bei einer Guckkastenbühne gewährt sie verschiedene Einblicke in den Innenraum. Dieser zeigt sich überraschend doppelbödig, da sich hinter der Platzfassade sowohl der Gastraum als auch die Terrasse anschließen. Sind die Tore geöffnet, kann der Innenraum auch als Bühne für Veranstaltungen genutzt werden. Im geschlossenen Zustand bietet sich die Schaufassade dem Theater als Kommunikationsfläche an. Als Träger einer Leinwand kann sie z.B. für Filmvorführungen genutzt werden.

In die Torflügel integrierte Klappen erlauben auch eine teilweise Öffnung der Fassade.

Im Erdgeschoss befindet sich ein Gastraum mit Bar sowie Toiletten und Lager für die Cafénutzung. Seitlich lassen große Fenster einen Raum mit fließenden Übergängen nach draußen entstehen. An einem großen, ausziehbaren Tisch sitzen alle gemeinsam. Nördlich und südlich des Gebäudes entstehen kleine dreieckige Plätze unter den Kastanien mit fest installierten Tischen, die ebenfalls zum Verweilen einladen.

Über eine offene, in den Baukörper integrierte Treppe gelangt man auf die geschützte Dachterrasse. Die Dachterrasse gleicht einem kleinen Innenhof. Durch die große Toröffnung der Platzfassade kann man auf das Geschehen auf dem Hansaplatz hinuntersehen.

Konzept B – Faltwand

Ein zweiter Entwurf stellt eine g e f a l t e t e W a n d zwischen Zollamtsgebäude und Hansaplatz. Zwischen den einzelnen F a l t u n g e n spannen sich unterschiedliche R ä u m e auf, die ihre U m g e b u n g jeweils mit einbeziehen. Die dem Zollamtsgebäude zugewendete Faltung beherbergt Lager und öffentliche Toiletten. Nach Norden entsteht eine überdachte Terrasse, nach Süden ein großzügig verglaster Gastraum. Im Sommer kann die Fassade so geöffnet werden, dass der Innenraum sich bis unter den Baum erweitert und die davorliegende Terrasse mit einfasst. In die Faltwand sind mehrere große halb-runde Öffnungen geschnitten, so dass die einzelnen Räume miteinander verbunden sind. Die Folge der Bögen fokussiert den Blick auf den Platz. Die Bogenöffnungen bieten sich ebenfalls als Bühne an.

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Bühnenturm für das Hamburger Schauspielhaus

Wettbewerb Bühnenturm Deutsches Schauspielhaus Hamburg

100222_dsh_montage_04_ansicht_1_cmyk_150dpi_60x40 Der goldglänzende Kubus auf dem Dach des Schauspielhauses, ein rätselhafter minimalistischer Körper, der strahlt und inszenierte Einblicke hinter seine Hülle zulässt.

Diese von weitem sichtbare Stadtkrone besteht aus einem scharfkantigen Regelkörper aus zwei durchlässigen mit Abstand gespannten Textil- od. Metallgewebelagen. Sie verdecken den eigentlichen Bühnenturm, auf dessen Aussenwänden ein großmaßstäbliches Wabenrelief montiert wird.

Diese Anordnung produziert einerseits die Wahrnehmung einer edlen Oberfläche, die durch wechselndes Tageslicht und nächtliche Anstrahlung unterschiedliche Strahlkraft besitzt.
Desweiteren erzeugt die Staffelung der Gewebeflächen eine reizvolle Tiefenwirkung und flimmernde Auflösung der Kubuskanten.

 

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180 Teilnehmer 1. Phase. Als Nachrücker für die 2. Phase benannt.
In Zusammenarbeit mit GAWS Architekten.

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Die Remise

Machbarkeitsstudie, Selbstbau, Instandsetzung
Berlin, 2016

In zentraler Lage ist ein Ort der Begegnung für Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung, für professionelle und ehrenamtliche Helfer sowie für Künstler und Studierende entstanden: die Remise. Der dreigeschossige Erweiterungsbau aus DDR-Zeiten, zentral und dennoch geschützt im 3. Hinterhof der Senatskanzlei in der Brunnenstraße 188 in Berlin-Mitte gelegen, bietet seit Juli 2017 ein Dach für die beiden Projekte transVer und visions for people. Bis Ende 2016 haben wir Prof. T.C. Pollmann bei der Umsetzung des Gestaltungskonzeptes und den baulichen Instandsetzungsarbeiten beraten.

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In einer Machbarkeitsstudie im Rahmen des Berlin Award „Heimat in der Fremde“ haben wir zudem vorgeschlagen, die Remise um zwei Anbauten zu erweitern: eine Aufstockung im 4. und 5. Geschoss mit Wohnungen für geflüchtete Frauen und ein ebenerdiger Anbau für ein Café und größere Veranstaltungen. Eine Gemeinschaftsterrasse auf dem Altbau soll allen Nutzern des Hauses zur Verfügung stehen.

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Information zu den Projekten:

transVer (EG und 1. OG) unterstützt Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung bei der konkreten Suche nach psychosozialen Regelangeboten und bei der Weitervermittlung in Versorgungsangebote. Mit Hilfe von psychologisch und sozialarbeiterisch geschultem Personal sowie von Dolmetschern wird der Hilfebedarf eruiert und die schnellstmögliche Anbindung an bestehende Angebote des Regelversorgungssystems im Bezirk Mitte begleitet. Dies soll durch den Aufbau und die Pflege einer Ressourcen-Datenbank des bezirklichen psychosozialen Versorgungssystems bewerkstelligt werden. Um die Kompetenz der Mitarbeiter von psychosozialen Versorgungsangeboten zu stärken, werden fallbezogene Beratungen, Supervision sowie Fortbildungen und Vorträge angeboten. transVer ist ein von der Lottostiftung finanziertes Projekt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Campus Mitte.

visions for people (2. OG) ist ein Pilotprojekt der kunsthochschule weissensee berlin (khb) in Kooperation mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Campus Mitte. Im Zentrum steht eine Feldforschung vor Ort, die im Sinne eines Human Centered Designs in bedarfsadaptierte, künstlerische Gestaltungen von Innen- und Außenräumen des Gebäudekomplexes der Psychiatrie Berlin-Mitte mündet. Somit entstehen für diesen Ort innovative, den Wünschen der Nutzer gemäße räumliche Arrangements, die positiv auf die Arbeits- und Aufenthaltsqualität einwirken.

Faltbogen. Wanderausstellung Zukunft Planen.

Gestaltung einer Wanderausstellung  für den Ideenwettbewerb
„Zukunft Planen – kostengünstiges, klimagerechtes Bauen und Wohnen im Bestand“,
9 Standorte in Deutschland, 2009

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Die Ausstellung besteht aus flexiblen Faltbögen, in die Leuchtkästen eingehängt werden.
Nach Ausstellungsende wurden sie wieder auseinandergefaltet, aufeinandergelegt und auf die Reise zu acht anderen Ausstellungsorten geschickt.

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An acht deutschen Standorten haben Architekturbüros Konzepte für unterschiedliche, in die Jahre gekommene Gebäude und Ensembles entwickelt – von der Gutsanlage in Brandenburg bis zur Großwohnungssiedlung in Bremerhaven. Eine Handreichung für Architekten, private Bauherren und Kommunen, die sich grundlegende Fragen sellen: Wie können wir nachhaltiger planen? Wie können wir Ressourcen intelligenter nutzen?

Ausstellungsgestaltung und Katalog für das Bundesamt für das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung BBR
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)
Veröffentlicht bei Jovis Verlag


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Vernissage am 15.06.2009, Galerie Program, Berlin

Grafische Gestaltung in Zusammenarbeit mit Milchhof
Fotos und Renderings bromsky

Aus einem Beitrag von Rodney Latourelle für „The Swedish Travelling Exhibitions – Future Exhibitions“, Mai 2010:

„The consideration of height and scale are important factors for viewer reception that locate and relate to the human form, while providing particular access to exhibition information. Faltbogen, literally Fold-Bend, designed for the travelling exhibition of an urban architecture competition by the architect team Bromsky (Doris Kleilein, Jan Liebscher, Franziska Streb), not only visualizes the temporary nature of the display but also provides a unique viewing situation.

Folded, the CNC pre-cut wood plates fit easily into a 155x85x10 cm crate. Leather joints allow each of the candy-coloured panels, coded to the competition categories in the exhibition catalogue, to unfold like a sheet of paper, creating a sturdy frame for a light box information display.

Capable of a variety of arrangements in accordance with each new venue, the playful structures might be organized like a row of detached house, or a village of streets and squares, emphasizing the urban nature of the competition. The 150cm height of the structures allows visitors to walk among the display as if in a miniature city, while the angled display panels provide a comfortable viewing situation. The viewer of the exhibition likewise becomes a compact and unfoldable being, able to survey the display panel with a bend of the neck, making a wide range of information visible with a minimum of movements.

In contrast to Bromsky’s ingenious exhibition strategy characterized by contemporary mobility, ease of navigation and a clear presentation, the exhibits at the Museum of Jurassic Technology construct a mystifying air of musty permanence behind its modest storefront exterior in Los Angeles.

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Die Große Geld oder Leben Tour

Eine mobile Inszenierung im Stadtraum, Berlin, 2009
Kooperation mit  Ballhaus Naunynstraße

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Der Mensch, das Humankapital. Seit mehr als einem Jahr ist die Welt in der Wirtschaftskrise und alle reden von Krediten, von Geschäftspraktiken, auch von Moral. Wir haben uns auf eine Recherchetour durch den post-migrantischen Wirtschaftskosmos von Berlin begeben und Fragen gestellt: Ist das Ihr Geschäft? Warum arbeiten Sie hier? Wie sieht Ihr persönlicher Fünfjahresplan aus? Was ist Ihnen wichtiger: Geld oder Leben?

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Auf der Suche nach dem Großen Geld lenkt Busfahrer Ecki 35 Fahrgäste in einem ausrangierten BVG-Bus durch die Stadt. Die Tour führt an drei dynamische Orte post-migrantischen Wirtschaftslebens, die jeweils auf ihre Art das Stadtbild prägen: zum Dong Xhuan Center nach Lichtenberg, dem größten vietnamesischen Handelsplatz Europas; weiter zu den türkischen Autoschraubern hinter dem Kreuzberger Finanzamt, die in den ehemaligen Pferdeställen der Preußischen Armee die Schlitten wieder flott machen; und schließlich zum Neuen Kreuzberg Zentrum, wo sich in über 80 Gewerberäumen die unterschiedlichsten Kleinökonomien versammelt haben: Wettbüro, Money Transfer Bank, Drogenhandel, Künstleratelier.

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Drei Generationen von Migranten und Post-Migranten erzählen von ihren Wirtschaftsmodellen: vom Sparen und Geld verschicken, von der schwierigen Balance zwischen Arbeit und Leben, vom Traum vom Großen Geld. Es gibt Überlebensstrategien und Erfolgsgeschichten, langfristige Visionen und komplizierte Kalkulationen – aber auch das Gefühl, nie in der Gesellschaft anzukommen, eine unproduktive Last zu sein. Zwischen dem angeworbenen Gastarbeiter und dem selbständigen Unternehmer liegen über vierzig Jahre Migrationsgeschichte.

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Im Lauf der zweistündigen Inszenierung taucht das Publikum über MP3-Player in die Gedankenwelten der Protagonisten ein. Regieanweisungen via Kopfhörer machen die Fahrgäste zu Mitspielern. Auf der Tour gibt es Unterbrechungen, neue Fahrgäste steigen ein und aus, es kommt zu Zwischenfällen. An den drei Stationen verlässt das Publikum den Bus, um Geld zu verdienen und auszugeben, in kleinen Gruppen die Orte zu erkunden und in Dialog mit den realen Protagonisten zu treten.

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Der Katalog dokumentiert die Tour und ihre Orte.

Idee, Konzept, Recherche, Interviews: Cagla Ilk & Doris Kleilein

Textfassung: Michael Ronen, Yael Ronen, Irina Szodruch

Regie: Michael Ronen

Dramaturgie: Irina Szodruch 

Katalog: Cagla Ilk, Doris Kleilein, Jan Liebscher