Foyer des Jüdischen Museums Berlin

Neugestaltung des Hauptfoyers des Jüdischen Museum Berlin
Fertigstellung 2009, LP 1-8

BAUWELT, Nr. 45, 2009
Stein Magazin, 07/2013

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Foto (c) Jan Bitter

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Um die wachsende Besucherzahl von mehr als 700.000 Menschen im Jahr adäquat empfangen zu können, hat das Jüdische Museum Berlin in den letzten Jahren ein Eingangsgebäude für Gruppen angebaut (Reese Architekten, 2005) und den Glashof des Kollegienhauses von 1735 überdacht (Studio Daniel Libeskind, 2007).

Mit der Neuorganisation und Gestaltung des Foyers und des Eingangs im Altbau konnten auch die Besucherorientierung und die Sicherheit entscheidend verbessert werden.

Vier Meter hohe Elemente – eine Interpretation der klassischen Wandvertäfelung – nehmen alle bislang verstreuten Funktionen auf. 

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Foto (c) Jan Bitter

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Foto (c) bromsky

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Foto (c) bromsky

 

 

 

 

 

 

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Foto (c) Jan Bitter

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Foto (c) Jan Bitter

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Foto (c) bromsky

 

 

 

 

 

 

 

 

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Foto (c) bromsky

 

 

2012 wurde schließlich auch der Informationstresen ausgetauscht. Der neue Counter fügt sich in die Gestaltung ein. Das Foyer ist nun komplett und hat ein einheitliches Erscheinungsbild.

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Foto (c) bromsky

 

NEUES FOYER JÜDISCHES MUSEUM BERLIN

Die beiden Foyerräume im Erdgeschoss entlang des Glashofes werden als Einheit begriffen und durch eine beidseitige, monolithisch wirkende „Wandverkleidung“ zusammengefasst. Die neuen Einbauten stärken auf subtile Weise die Qualitäten des barocken Altbaus.

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Die großen Leuchtflächen sind Träger des neuen, in Zusammenarbeit mit polyform entwickelten Leitsystems, zudem integrieren die plastisch ausgeformten Elemente eine Reihe von Sitzbänken und alle Bedienelemente wie Flyerkästen, Wechselvitrinen für Plakate, Abfalleimer, Bildschirme und Spendertafeln.

Eine besondere Anforderung waren die Auflagen des Brandschutzes:
Die beiden Räume des Foyers dienen zugleich als Fluchtweg und mussten daher in A1-Qualität (nicht brennbar) und B1 (schwer entflammbar) ausgestattet werden.
Unter Verwendung eines zum ersten Mal in dieser Art verarbeiteten Glas-Keramik-Werkstoffs (Vidrostone, Fa Böhm) wurden „unbrennbare Möbel“ entwickelt.

Auch der großflächige Einsatz von bedruckter Barrisol-Folie für die Leuchtkästen ist eine eigens für das Jüdische Museum entwickelte Lösung.

Die Leuchtkästen können je nach Tageszeit und Anlass gedimmt werden und lassen das weiß-in-weiß gehaltene Relief der Wandverkleidung in unterschiedlichen Lichtstimmungen erscheinen.

Die Umbauarbeiten wurden von Juni bis August 2009 bei laufendem Museumsbetrieb durchgeführt.

BAUHERR: Jüdisches Museum Berlin
TEAM: Franziska Streb, Jan Liebscher
AUSFÜHRUNG: LG Hi Macs: Tischlerei Weisse, Keramikkbau: Fa. Böhm, Leuchttafeln: AEO Riesa
Wettbewerb: 2007, Fertigstellung: 2009, 2012